UrlaubsBilder —- im Kopf — im Leben—UrlaubsGlanz

UrlaubsBilder —- im Kopf — im Leben—UrlaubsGlanz

Einen bunten Teppich weben

Wenn ich so im Trott bin, kommt es mitunter vor, dass das Wort URLAUB plötzlich in meinem Kopf erscheint. Die Assoziationen, die sich dann ausbreiten, haben wenig mit Reisen und Sehenswürdigkeiten zu tun. Eher tauchen Bilder auf, die das Gegenteil meines Alltags darstellen:

Nichts planen,

nichts vorhaben,

bummeln,

trödeln,

träumen,

in den Tag hineinleben.

Der Rucksack ist leicht: Wasserflasche, Klapstulle, Tagebuch, Stift.

Ich sitze am Fluss und schaue aufs Wasser. Dann steige ich in eine S-Bahn, ohne zu gucken, wohin sie fährt, verlasse sie in einer fremden Gegens, gehe spazieren. Ich entdecke ein Puppentheater und besuche die Kindervorstellung. Stromere durch die Stadt, sehe mir die Menschen an. Mit dem Fahrrad fahre ich bis an den Stadtrand, laufe über Felder, alle Herbstfarben sammeln sich in meinen Augen, dringen in mich ein, weben einen bunten Teppich. Auf einem Feld äsen Rehe. Ich finde einen See. Die Wellen schwappen leicht ans Ufer. Ich sehe Fischschwärme im sonnendurchfluteten Wasser stehen. Ziehe die Schuhe aus… halte die Füße in den See…. Überall bleibe ich, solange es mir passt. Betrachte Gesichter, eine Leuchtreklame, einen Hund. Hale an und schaue. Betrete einen Spielzeugladen, ziehe Spieluhren auf, blicke durch zwanzig Kaleidoskope… Die Tage verweben sich , fließen ineinander, ein Meer aus goldgelbem Weizen. Es wird still in mir. Ich gehe langsamer, atme langsamer, denke langsamer… Mitunter kommt es vor, dass das Wort Urlaubganz plötzlich in meinem Kopf erscheint…

Doris Bewernitz

Aus „Lass die Seele aufatmen- kleine Auszeiten zum Innehalten“ Eschbach Verlag - SEHR empfehlenswert

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