TAPAS – das Niyama für die VERÄNDERUNG

TAPAS – das Niyama für die VERÄNDERUNG

inkognito - copyright by- Hildegard sichtbarYoga

Yoga ist eine klassische indische Lehre, die sich mit der Suche des Menschen nach der Seele beschäftigt. So steht das Wort >YOGA< für den Weg selber, für eine Philosophie und auch für die Erfahrung dessen. Vor circa 2000 Jahren fasste Patanjali die Yogalehre im Yoga Sutra zusammen. Für Yogaanhänger in der ganzen Welt besitzt dieser Text höchste Wichtigkeit. Yoga besteht aus acht Gliedern oder Stufen. Diese sind zutiefst miteinander verbunden, durchdringen sich und hängen gleichsam voneinander ab. Das EINE nicht ohne das ANDERE.

  1. • YAMA - Umgang mit der Umwelt
  2. • NIYAMA - Umgang mit mir selbst
  3. • ASANA - mit dem Körper in Haltung kommen
  4. • PRANAYAMA -Zugang zu Lebensenergie
  5. • PRATYAHARA - Sinne im Zaum halten
  6. • DHARANA - Konzentration
  7. • DHYANA - Meditation - still werden
  8. • SAMADHI - eins sein

So sind die YAMAS und NIYAMAS ein wichtigers Fundament für den YogaWeg. Heute ein Aspekt daraus:

TAPAS – das Feuer der Selbstdisziplin

Durch Übung von Selbstdisziplin (Tapas) werden Unreinheiten im Körper und den Sinnen beseitigt, so dass Perfektion erreicht wird.

Yoga Sutra Kap. 2.V43

Tap = erhitzen, kochen; Wortwurzel = scheinen, erhitzen, heiß sein

Tapas entfacht ein innerliches Feuer um Unreinheiten aufzulösen.

Im Körper, im Geist und in der Seele. Schritt für Schritt.

TAPAS – ÜbersetzungsHilfen:

Eifer, Glut, Disziplin, Reinigung, Strenge, brennendes Verlangen, Entschlossenheit, Bereitschaft zur Disziplin, Begeisterung, Leidenschaft, ins Tun kommen

Sichtbar in starkem Willen und größerem Durchhaltevermögen

Neues will erlernt, Altes verlernt werden.

befreit von: falschen Begierden, Neid, Zorn, Habgier, Betörung, Überheblichkeit

Zielstrebigkeit (Tapas) = Ein klarer Entschluss,

ein klarer Lebensplan und

ein klarer Weg des Übens.

-bedeutet ein diszipliniertes Leben zu führen.

Mit klarer Zielorientierung und genügend Ausdauer gehe den Weg der Veränderung, der Entfaltung deiner Potenziale.

KLARHEIT steht ganz vornedran – kläre dich, was willst du auf diesem Planeten, wozu bist du hier, was willst du wirklich?

Die wichtigen Fragen bewegen uns, bringen Veränderung.

Wo liegt der Sinn, die Bestimmung meines Daseins?

Wo sind meine Potenziale?
Welche Überraschungen und Ziele kann das Leben noch bieten?

Oder war‘s das?

Gibt es Impulse, Übungen, die meinen Weg unterstützen?

 

Der Archetyp des Kriegers, des Helden, der Amazone lebt TAPAS.

Vom griech. Haire’tikos = fähig zu wählen

Was könnte er wählen?

...besitzt Entscheidungsfreude und –fähigkeit

…wählt Ziele aus und kann sich auf sie fokussieren

…baut große Ausdauer auf

…gibt nicht bei jeder Ablenkung leichtherzig auf

…lenkt seine schöpferische Energie auf seine Ziele hin,

…erkennt hinderliche und schädigende Gewohnheitsmuster

…verwandelt diese in neue, förderliche und stärkende Handlungen

…setzt mit Mut und Konsequenz das um, was er will, da seine Gedanken, Worte und Taten übereinstimmen

Seine Taten formen nicht nur das eigene Leben aktiv, sondern beeinflussen ebenso das Umfeld.

Aus diesem Tun entsteht Verantwortung, die er annimmt. Er weiß darum, dass er für diese Selbstveränderung etwas einzusetzen hat: Selbstdisziplin. Dies meint ein klares JA aus sich heraus.

Welche Bilder kommen bei dir: Askese, Gebote, Zucht, Selbstbeschränkung, Selbstdisziplin?!

Wie es seither läuft kennen wir alle: wir haben Alltagsroutinen aufgebaut, manche nützlich, manche nicht. Denn sie konditionieren uns und wir werden weniger spontan. Routine macht blind für Alternativen. Es wird dann  mechanisch gedacht und gehandelt.So ist die Herausforderung in der Transformation festgefahrener Gewohnheiten.Tapas berührt also all die automatisierten Lebensabläufe, Denkstrukturen, Verhaltensweisen.

Man übt für niemanden anderen als für sich selbst!

Erst diese Einstellung gibt TAT-ENERGIE und TAT-KRAFT.

Es ist die Kraft der Selbstdisziplin, die aus innerer Einsicht um die positiven Wirkungen der Übung, des Weges an sich entsteht und uns dem Höheren Selbst näher bringt.

Mit den Facetten des Tun-Dürfens und des Tun-Müssens kommen wir unserem inneren Modus näher: ein MUSS ist Zwang, da steht weniger Freude dahinter. Also eine klare Frage an mich selber:
WARUM will ich diesen Weg gehen?

KEINER zwingt mich dazu. ICH entscheide mich, ich ganz allein. Mein JA öffnet die Türen. UND – JAAA, es wird auch Tage geben, wo ich keinen Meter Lust habe. Helfen kann meine innere Motivation, mit Leidenschaft, Engagement tun was ich möchte, was sinnvoll und förderlich ist. Der „innere Schweinehund“ bellt mitunter hartnäckig, doch wer ist der Ansager, er oder ich?

Gute Vorsätze allein reichen nicht, diese Erkenntnis haben wir sicherlich alle schon.

Wie wird Willenskraft kultiviert?

Über die Selbstbeobachtung registriere, wie Gedanken zu Handlungen führen. Mit kleinen Veränderungen, Experimenten bahne neue Wege. Setze Änderungen in kleinen Schritten um:
LebensBeispiele FÜR:

jeden Tag Yoga üben ;o) : 10 Minuten früher aufstehen

Fester Übungsplatz und feste Zeiten è Rhythmus, Ritual

Veränderungs Yoga Praxis: übe deine UNlieblingsÜbung!

Asanas die Grenzen ausloten, die die Hingabe in die Situation lehren;

Wähle eine Yoga Übung aus, die dich herausfordert - übe sie über längere Zeit; wachse darin, weite Grenzen, erkenne und verbinde dich mit deiner inneren Kraft

GUTE Ernährung: Abends weniger essen ; einen Tag in der Woche fasten; biologische Nahrungsmittel; jeden Tag Portion deines LieblingsObst, - Gemüse

mehr Energie: 10 Min. KopfKino – ICH BIN VOLLER LEBENSKRAFT!

Größere Selbstwahrnehmung: einmal in der Stunde auf den Atem achten;

LebensFreude: 3 Minuten einen Smiley anschauen; Lächeln im Bauch ganz groß machen

ES gibt SOOO VIELE Impulse, Wege, Möglichkeiten: der erste Schritt ist DEIN JA zur verÄNDERUNG, dies JA und auch dein NEIN zu ich habe eben keine Lust, bin zu müde, macht eh keinen Sinn…..

Ein JA ist IMMER auch ein NEIN zu etwas anderem. ICH entscheide mich für meinen EntwicklungsWeg, für meine Übungs- und ErfahrungsFelder, für Disziplin. Ja- auch wenn ich heute mal absolut keine Lust habe. Do it. Jetzt. Komm raus aus der Komfortzone. Wichtig: BLEIBE dabei – baue eine wohltuende Gewohnheit auf.

Wenn‘s mal nicht so klappt, dann übe dich darin, liebevoll und dankbar mit dir selber zu sein. Schau dir deine bisher erreichten Teilziele an. Aus diesem Üben, TUN, Tapas, erwächst eigenes Selbstvertrauen und Willenskraft. Achte dabei auf DICH und deine Befindlichkeit, vorher, während dessen und natürlich auch danach. Meide Überforderung und Unterforderung und gib darin dein Bestes.

Wie sieht das nun im Alltag aus, mit all den Tätigkeiten, die getan werden MÜSSEN, ist einfach so? Müll rausbringen, Lokus putzen, jäten, Wäsche bügeln – also all die profanen, einfachen, immer wieder kehrenden Aufgaben, die manchmal „unter unserer Würde“ sind, die uns von all dem „Wichtigen“ abhalten oder wir heute einfach zu bequem dafür sind. Ein klasse Übungsfeld: Genau DIESE Aufgaben mit Freude erledigen mit der inneren Einstellung des Dürfens. JEDE Aufgabe hat ihren Sinn. ICH entscheide mit welcher inneren Einstellung ich diese erledige.

SELBSTDISZIPLIN in kleinen Schritten:

Verschiebe den Genuss von etwas, beobachte was in, mit dir geschieht - brodelt die Frustration, das „ich will jetzt aber“? Der Übungsweg ist- die wahren Wünsche zu erkennen, über die brodelnde, kochende Frustration die Energie der Selbst-Transformation zu nutzen um sich von alten Fesseln, Mustern zu lösen.

Selbstdisziplin ist eine individuelle Übungspraxis- sie darf für jeden Einzelnen stimmig sein!

Hochgesteckte Ziele brauchen kleine Schritte, Disziplin, Mut und Geduld!

Tapas ermöglicht mentale wie physische Stärkung, z.B. durch intensivere Asana-Praxis, Pranayama Praxis. Achte dabei immer deine Grenzen.

TAPAS ermöglicht WAHLE – mehr Möglichkeiten machen mich FREI!

Ich gehe ins Unbekannte und wachse an den Herausforderungen!

Viele Impulse aus „die zehn Lebensregeln des Yoga“ von Alexander Kobs

 

 

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