Rilke- Herbst – LOSLASSEN im YOGA – vairagya – im Leben

Rilke- Herbst – LOSLASSEN im YOGA – vairagya – im Leben

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Herbst

Die Blätter fallen... fallen wir von weit,
als welkten in den Himmeln fern  Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.
Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh die andre an: Es ist in allen.
Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seine Händen hält.

Rainer Maria Rilke

 

Herbstzeitliches. Rilke beschreibt weitaus mehr als den Wandel der Natur.
Wir kennen alle diese inneren Zustände: es liegt die Melancholie des Abschieds und der Schmerz des Loslassens darin. Im Gedicht siegt der Trost, aufgehoben, von einer höhere Kraft geborgen zu sein.

Das Loslassen ist unser schwerster Beitrag in der Lebensbewältigung. Und auch im Yoga hat das Loslassen, vairagya, einen großen Stellenwert. Patanjali beschreibt den Weg des Übens, beschreibt, was in und mit uns geschieht, wenn wir LASSEN können.

Der Yoga schenkt direkt über die KörperÜbungen einen Weg um auf Seele und Geist einwirken zu können, über die achtsame Bewegung Erfahrung zu erhalten. Das wahre Selbst mehr und mehr zu erkennen, Altes zu lösen, Rollenbilder, Gedankenmuster, Glaubenssätze, Verhalten… Erst über die Erfahrung der Sicherheit, der Geborgenheit in uns, in diesem eingebunden Sein im großen Kosmos, können wir das Loslassen wagen.
Die Anforderungen in unserm Leben, in all den Alltagen sind hoch, viele Gewohnheiten sind zum Normalzustand geworden. Nun im Yoga einfach hinzuliegen und zu entspannen, zu lassen, ist häufig schwer. Hilfreich ist die bewusste Bewegung, hineingenommen in den eigenen, persönlichen Atemrhythmus. Hier kann Meditation in Bewegung stattfinden.

Übe doch heute noch eine Sequenz die dir vertraut ist, ein Vinyasa wie zum Beispiel Hund, Katze, Maus. Erforsche dich darin. Spüre aufmerksam nach dem Üben, beobachte dich in der Stille. Wo fühlst du dich bewegt, wo gestärkt, wo offen?

 

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