Zitate aus: Susanna Tamaro „Geh wohin dein Herz dich trägt

Zitate aus: Susanna Tamaro „Geh wohin dein Herz dich trägt

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Wieder ein feines Buch. Liegt schon längerer auf dem Nachtisch - jetzt war die Zeit reif dafür :o)

Hier einige der Zitate die MICH berühren:

 

Oh Shiva, was ist deine Wirklichkeit?

Was ist dieses Universum voller Staunen?

Was bildet den Kern?

Wer lenkt das Rad des Universums?

Was ist dies Leben jenseits der Form, das die Formen durchdringt?

Wie können wir über Zeit und Rau, Namen und äußere Merkmale hinaus Zugang dazu finden?

Erhelle meine Zweifel!

Aus einem hl. Text des kaschmirischen Shivaismus

S.18 – die äußerste Anspannung einer Person, die sonst gleich zu weinen anfängt. Es ist der Panzer, von dem ich vorher sprach. Deiner ist noch so eng, dass du fast keine Luft bekommst. Die Tränen, die nicht heraus können, lagern sich auf dem Herzen ab, nach und nachbilden sie eine Kruste und legen es lahm, wie der abgelagerte Kalk …in der Waschmaschine.

S. 58 .. Du fühlst dich wie ein Arbeiter, der stein um stein die Straße vor sich baut, die er wird gehen müssen. Erst viel später merkst du, dass die Straße schon da ist, dass jemand sie dir schon vorgezeichnet hat und dir nichts bleibt, als sie weiter zugehen….an den Gabelungen deines Weges begegnest du anderen Leben, ob du sie kennenlernst oder nicht, ob du in einen tiefen Austausch mit ihnen trittst oder sie nicht beachtest, hängt allein von der Wahl ab, …ob du weitergehst oder abbiegst, bestimmt,… oft über deine ganze Existenz…

S.61 ... Beim Baum da ist das anders. Von dem Augenblick an, in dem er aus der Erde sprießt, bis zu seinem Tod, bleibt er immer an derselben Stelle. Mit seinen Wurzeln ist er dem Herzen der Erde näher als jedes andere Dingt, mit seiner Krone ist der dem Himmel am nächsten…nichts von dem, was es ihm ermöglicht zu leben, hängt von seinem Willen ab. Er ist da und Schluss. Verstehst du jetzt, warum es schön ist, Bäume zu streicheln? Wegen ihrer Festigekit, wegen ihres Atems, der so lang, so ruhig, so tief ist….ich atmete und wusste, dass es eine höhere Ordnung der Dinge gab und das sich, zusammen mit allem, was ich sah, in jener Ordnung enthalten war. Obwohl ich nichts von Musik verstand, Sang etwas in mir…..es war vielmehr, als bliese in der Gegend meines Herzens ein Blasebalg in regelmäßigem, mächtigem Rhythmus, und als erzeuge dieser Luftstrom, in dem er sich im ganzen Körper und im Geist ausbreitete, ein helles Licht, ein Licht von zweierlei Wesensart: seinen eigenen, der des Lichts und der der Musik.

S: 62 ..die Kindheit… als Phase größeren Reichtums…Dennoch würde es genügen, mit Aufmerksamkeit die Augen eines Neugeborenen anzusehen, um sich klarzumachen, dass es genauso ist. Wie ist sein Blick?.. Oder uralt, fern, wissend?

S. 67 Im Lauf der Jahre habe ich mich selber aufgegeben, mein tiefstes Inneres, um eine andere zu werden, so wie meine Eltern es erwarteten.

S. 84 Radiosender…in Wirklichkeit, wenn man am Sucher dreht, nicht, mehr als einen oder zwei Sender zu empfangen, der Rest ist ein Rauschen im Äther… Geist…von all der Wirklichkeit, die ein umgibt, kann man nur einen kleinen Ausschnitt erfassen…darin oft Verwirrung, weil er voller Wörter ist, und die Wärter uns meistens nur im Kreis herumführen, anstatt uns eine weiteren Raum zu eröffnen.

Verstehen erfordert Stille…es ist so ähnlich, wie wenn du einen schmutzigen Fußboden mit einem Besen oder mit einem nassen Lappen säuberst: Nimmst du den Besen, fällt der Staub, der aufgewirbelt wird, zum großen Teil auf die Gegenstände rundherum; benutzt du dagegen einen feuchten Lappen, wird der Fußboden glänzend und glatt. Die stille ist wie der feuchter Lappen, sie wischt die Stumpfheit des Staubs für immer fort.

S.101 Gestern war Vollmond. Und wenn der Mond die Meere bewegen und den Salat im Garten schneller wachsen lassen kann, warum sollte er dann nicht die Macht haben, auch unsere Stimmungen zu beeinflussen? Aus was bestehen wir denn, außer aus Wasser, Gas, Minderalien?

S.110 Genauso schlummern die traurigen Erinnerungen lange Zeit in einer der unzähligen Höhlen des Gedächtnisses, Jahre, Jahrzehnte, ein ganzes Leben lang. Dann, eines schönen Tages, kommen sie wieder an die Oberfläche, der Schmerz, der sie begleitete, ist wieder gegenwärtig, heftig und stehen..

S.143.. Wirkung der Fenster, wenn sie offenstehen, gibt der Körper der Seele viel Licht und ebenso die Seele dem Körper, sie spiegeln und erleuchten sich gegenseitig. IN kurzer Zeit bildet sich rund um dich eine Art goldene, warme Aura, und diese Aura zieht die Männer an wie der Honig die Bären.

S. 163 ..eine riesige Eiche stehen. ..kaum sah ich sie, begann mein Herz anders zu schlagen, ja ich möchte fest sagen, zu schwirren, wie ein Tierchen, das sich freut…

S.164 Indianderspruch: bevor du über einen Menschen urteilst, gehe drei Monde lang in seinen Mokassins.

S.165 Fehler machen ist natürlich, fortzugehen, ohne sie begriffen zu haben, macht den Sinn eines Lebens zunichte. Die Dinge, die geschehen, geschehen nie umsonst, nur um ihrer selbst willen, jede Begegnung, jedes kleine Ereignis birgt eine Bedeutung in sich, das Verständnis für sich selbst entsteht aus der Bereitschaft, diese anzuerkennen, aus der Fähigkeit, in jedem beliebigen Moment die Richtung zu ändern, aus der alten Haut zu schlüpfen wie eine Eidechse beim Wechsel der Jahreszeit.

S.166 Ausflüchte zu finden, wenn man nicht in sich hineinsehen will, ist das einfachste auf der Welt. Eine äußere Schuld gibt es immer, man braucht sehr viel Mut, um zu akzeptieren, dass die Schuld, - oder besser, die Verantwortung- nur bei uns selbst liegt.

S.167 der einzige Meister den es gibt, der einzige wirkliche und glaubwürdige Meister ist das eigene Bewusstsein. Um ihn zu finden, muss man schwiegen – allein schweigen – man muss nackt und ohne irgendetwas herum verharren … zu Anfang hörst du nichts…dann beginnst du, weit, weit weg eine Stimme zu vernehmen,

S. 170 Die Toten belasten uns nicht so sehr durch ihre Abwesenheit als vielmehr durch das, was – wischen uns und ihnen – nicht ausgesprochen wurde.

S. 172 „Misstrauen Sie denen, die vollkommen sind, denen, die die Lösungen schon fertig in der Tasche haben….“wie macht man das, zum Glauben zu gelangen?“ – „Das macht man nicht, der Glaube kommt von selbst. Sie haben ihn schon, aber ihr Stolz hindert Sie daran, es zuzugeben. Sie stellen sich zu viele Fragen, wo es einfach ist, machen Sie es kompliziert. IN Wirklichkeit habe Sie nur fruchtbare Angst. Lassen Sie sich gehen, und was kommen soll, wird kommen.“

S.177 …“Das Wunder des Jahres Zweitausend“…Mensch lauter Wundertaten vollbracht…jeder Winkel fruchtbar… Erträge auf gerechte Weise aufgeteilt… Viele Maschinen nahmen den Menschen die schwere Arbeit ab, alle hatten viel freie Zeit, und so konnte jeder Mensch die erhabensten Seiten seines Selbst entwickeln, in allen Teilen der Erde erklang Musik, wurden Verse rezitiert…..und die Heere?...Der Mensch hat nicht die Zerstörungslust verloren, er hat nur gelernt sich zu beherrschen… Soldaten sind überholte Kampmittel…“

S. 179…ich weiß nicht ob alle in den letzten Tagen ihrer Existenz es empfinden, dieses plötzliche Gefühl, zu lange gelebt, zu viel gesehen, zu viel gehört zu haben….kommt es mir, als habe die Zeit einen Beschleunigung erfahren…am Ende jedes Tages fühlt man sich müder, am Ende eines Leben erschöpft.

S. 180 „Mögest du in interessanten Jahren leben!“ sagen die Chinesen angeblich zueinander.

S.190 Und wenn sich dann viele verschiedene Wege vor dir auftun werden, du nicht weißt, welchen du einschlagen sollst, dann überlasse es nicht dem Zufall, sondern setz dich und warte. Atme so tief und vertrauensvoll, wie du an dem Tag geatmet hast, als du auf die Welt kamst, lass dich von nichts ablenken, warte, warte noch. Lausche still und schweigend auf dein Herz. Wenn es dann zu dir spricht, steh auf und geh, wohin es dich trägt.

Schluss. Susanna Tamaro

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